Bellersen
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Kurzinformation zu den Aussstellungen in Bellersen
Das Urdorf - 2000 Jahre Mensch und Natur und Dorfmuseum Bellersen

museumIn dem alten, durch das Schild „Urdorf“ gekennzeichneten Bauernhaus Meinolfusstraße 28 in Bellersen befinden sich zwei Dauerausstellungen, die zwar grundsätzlich hinsichtlich der Thematik und ihres Entstehens  verschieden sind, sich aber dennoch ergänzen und verzahnen.

Das Urdorf - 2000 Jahre Mensch und Natur
Diese Ausstellung wurde von dem in Düsseldorf lebenden Holländer Wim de Ruiter erarbeitet und gestaltet. Sie ist von der Idee und Zielsetzung her eine Ausstellung auf anspruchsvollem Niveau und als Teil des Modellprojektes „Touristisches Musterdorf Bellersen“ des Landes Nordrhein-Westfalen vom Wirtschaftsministerium gefördert und am 22. Oktober 1993 von Wirtschaftsminister Günter Einert persönlich eröffnet worden.
Auf der Deele des Hauses betritt man ein Germanendorf, wie es sie vor 2000 Jahren in dieser Gegend gegeben hat. Großformatige Farbfotos führen vor Augen, wie unsere Vorfahren lebten, sich ernährten und kleideten, wanderten und spielten. Aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse wurden die Fotos im Archäologischen Freilichtmuseum Oerlinghausen von Ansgar van Treeck und Wim de Ruiter aufgenommen. Als „Germanen“ wirkten zumeist Einwohnerinnen und Einwohner aus Bellersen mit.
In der Germanenzeit war die Natur noch größer als der Mensch (N > M). Ein von dem englischen Künstler Alan Ashby eigens für die Bellerser Ausstellung geschaffenes Tier- und Landschaftsbild aus dem Teutoburger Wald symbolisiert diesen Zustand. Eine Eiche wird von einem durch ein Fenster zu beobachtendes echtes Bienevolk bewohnt (Betreuung durch den Bellerser Imker Oswald Hensel).  Mehrfach begegnet in der Ausstellung in unterschiedlichen Ausführungen ein menschliches Gehirn. Dem Menschen, der für das Überleben in der Natur körperlich nur schlecht gerüstet ist, gelang es, sich durch das Gehirn und mit seiner Anwendung entwickelte Hilfsmittel in einer im ganzen feindlichen, aber dennoch alles zum Leben Nötige gewährenden Umwelt zu behaupten. Die Aneignung dieses Nötigen erfolgte im Einklang mit der Natur. Luxusgüter fehlten weitgehend.
germanedorf1Ein symbolisches Bild zeigt eine Szene nach der Schlacht im Teutoburger Wald im Jahre 9 n. Chr., in der die Germanen mit Luxus in Kontakt kommen. Diese Szene bereitet auf den Zeitsprung von 2000 Jahren vor, der den Besucher mit dem Eintritt in das Treppenhaus erwartet.
Im Treppenhaus gilt M > N, der Mensch ist größer als die Natur. Durch sein Gehirn ist es ihm gelungen, die Natur (scheinbar) zu besiegen, sich von ihr unabhängig zu machen - sie aber auch in den reichen Industriestaaten dem eigenen Luxusstreben zu opfern. Elemente der Gegenwart werden in krassen Gegensatz zum Germanendorf und im nicht weniger krassen Gegensatz zwischen Reichtum und Armut in der Gegenwart dargestellt: Müll, Luftverschmutzung, Waldsterben, Luxusautos, Ferienreisen, Ölpest, die schönen Reichen, die Bitterarmen usw., usw., usw.
Die von Wim de Ruiter entwickelte Erdbank-Idee führt uns anhand von „Kontoauszügen“ leicht begreifbar vor Augen, wie wir unseren persönlichen Kontostand im „Supermarkt Erde“, in dem wir uns einen vermeintlich unbegrenzten Kredit gewähren, bestimmen können. Ziel ist es, mit dem Gehirn nachzudenken und zu erkennen, daß die Erde nicht unerschöpflich ist, und Konsequenzen daraus zu ziehen.


Dorfmuseum Bellersen
Die zweite Ausstellung in dem Haus ist das Dorfmuseum. Während die Urdorf-Ausstellung bewußt macht, wie die Entwicklung auf der Erde allgemein verlaufen ist und verläuft, zeigt das Dorfmuseum, wie sich der Lebensraum der Bellerser entwickelt hat, wie die Bellerser in tausend Jahren ein kleines Stück der Erdoberfläche für sich nutzten und gestalteten, wie sie lebten und heute leben.
Ziel der Ausstellung ist es insbesondere, den Gast oder Besucher des Dorfes auf viele Dinge aufmerksam zu machen, die er nicht oder nicht zu jeder Zeit sehen kann oder ohne durch Anregung geschärfte Aufmerksamkeit nicht erkennen würde.
Erst Sehen führt zum Erkennen!
Am Beispiel des Ausstellungshauses selbst wird dargestellt, wie die traditionellen Bellerser Bauernhäuser gebaut und in sich aufgeteilt waren. Dazu gehört auch die Geschichte des Hauses und des Hofes und seiner Menschen.
In der erdgeschichtlichen Abteilung wird erläutert, wie der Raum Bellersen geologisch aufgebaut ist und auch, wie und wo die Bellerser nutzbare Gesteine fanden und verwendeten.
Eine Bilderwand zeigt Landschaft und Dorf im Jahreslauf.
Moderne Luft- und Satellitenbilder, historische Karten und ein Dorfmodell informieren, gewähren Übersicht, veranschaulichen und fordern zum Entdecken und Vergleichen heraus.
Die ältesten Beweise für die Anwesenheit des Menschen im Raum Bellersen sind im Bereich  „Ur- und Frühgeschichte“ ausgestellt.
Fotos und Scherben erinnern an untergegangene Dörfer in der Nachbarschaft (Wüstungen).
Daß das Leben in Bellersen nicht immer harmonisch verlief, zeigen u.a. ein Armbrust-bolzeneisen, das einem Menschen den Tod gebracht hat, und Brandschutt des großen Dorfbrandes von 1794.
Die Landwirtschaft und die Forstwirtschaft als die wichtigen Wirtschaftszweige in und um Bellersen werden ebenso dargestellt wie das örtliche Handwerk und andere Wirtschafts-betriebe.
Ein zweiter großer Raum ist der dörflichen Kultur vorbehalten.
Da Annette von Droste-Hülshoff Bellersen als „Dorf B.“ ihrer Meisternovelle „Die Judenbuche“ in die Weltliteratur eingeführt hat, wird diesem Thema breiter Raum eingeräumt. Vor allem erfährt der Betrachter hier in Wort und Bild, welcher reale, spannende Kriminalfall sich hinter der „Judenbuche“ verbirgt. Was die Droste von Bellersen hielt, ist ihren ungeschminkten brieflichen Darstellungen zu entnehmen.
August von Haxthausen, der in Bellersen begrabene große Agrarforscher und Rußlandreisende des 19. Jahrhundert wird ausführlich gewürdigt, ebenso Wilhelm von Waldeyer-Hartz, der in seinem Werk heute noch bedeutende Medizinprofessor, der Bellersen gut kannte.
An das für Bellersen schon der Vergangenheit angehörende Schulleben erinnert eine kleine Schulstube.
Eine riesige Bildwand und andere Exponate führen dem Besucher vor Augen, wie vielgestaltig das Vereinsleben in Bellersen im Jahreslauf ist und welche Bedeutung es für den Zusammenhalt und das soziale Leben eines Dorfes hat.

© 1997 HVV Bellersen/Horst-D. Krus 

 


Öffnungszeiten: von Mitte Mai bis Mitte September, sonntags von 15.00 bis 17.00 Uhr

 

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