In einem 1794 errichteten
Bauernhaus sind zwei Dauerausstellungen zu besichtigen, die
zwar von unterschiedlicher
Thematik und Gestaltung sind, sich aber dennoch ergänzen und
verzahnen. Es handelt sich um die allgemeingültigen Aspekten
der Umweltentwicklung gewidmeten Ausstellung "Das Urdorf - 2000
Jahre Mensch und Natur" und das Dorfmuseum, das die Geschichte
des Dorfes Bellersen erleben läßt.
Auf der Deele des Hauses wird der Besucher in einem Germanendorf,
wie es vor 2000 Jahren im Teutoburger Wald ausgesehen hat,
willkommen geheißen. Großformatige
Fotos zeigen, wie unsere Vorfahren wohnten, sich ernährten und kleideten,
wanderten und spielten.

In der Germanenzeit war die Natur noch größer als der Mensch. Eine großartige
Tierleben- und Landschaftsrekonstruktion führt diesen Zustand eindrucksvoll
vor Augen.
Eine echte Eiche "wächst" aus dem Deelenboden. In ihr lebt wie in den germanischen
Urwäldern ein Bienenvolk, dem man durch ein Fenster in der Baumrinde zusehen
kann.
Eine Szene nach der Schlacht im Teutoburger Wald im Jahre 9 n. Chr. Steht
für
den Umbruch in der Welt der Germanen und der Menschheit allgemein: In das
Leben im Einklang mit der Natur brechen neue technische Errungenschaften
und der Luxus ein!
Diese Szene bereitet auf den Zeitsprung von 2000 Jahren vor, der den Besucher
nun erwartet. Heute ist der Mensch größer als die Natur. Durch die Leistung
seines Gehirns ist es ihm gelungen, die Natur (scheinbar) zu besiegen, sich
von ihr unabhängig zu machen - sie aber in den reichen Industriestaaten auch
dem egoistischen Luxusstreben zu opfern. Elemente der Gegenwart erscheinen
im krassen Gegensatz zum Germanendorf und im nicht weniger krassen Gegensatz
zwischen Reichtum und Armut, Luxus und Umweltvernichtung in unserer Welt. Währen
die Urdorf-Ausstellung bewußt macht, wie die Entwicklung auf der Erde allgemein
verlaufen ist und verläuft, zeigt das Dorfmuseum, wie sich der Lebensraum der
Einwohner von Bellersen entwickelt hat und wie die Bellerser früher lebten,
arbeiteten und feierten.
Da Annette von Droste-Hülshoff Bellersen als das "Dorf B." ihrer Meisternovelle "Die
Judenbuche" in die Weltliteratur eingeführt hat, ist dieses Thema und vor allem
dem historischen Kriminalfall im Dorfmuseum breiter Raum gewidmet. Die Ausstellung "Das
Urdorf" und das Urdorfmuseum im Haus Meinolfusstraße 28 in Bellersen sind im
Sommerhalbjahr (April-Oktober) an Sonntagen von 15.00 bis 17.00 Uhr geöffnet.
Besichtigungen und Führungen, insbesondere auch für Gruppen, außerhalb dieser
Zeit sind nach Vereinbarung möglich.
Auskunft erteilt der Heimat- und Verkehrsverein Bellersen Fon 05276-7202
Mit Ausnahme 30.04./05.09/19.09.
ist das Museum jeden Sonntag bis 17.09.04. von 15-17 Uhr geöffnet. |